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Über uns

Gründung

Im Jahr 1982 trafen sich im früheren Buchladen „Lavendelschwert“ zehn schwule Väter aus Köln und Umgebung, um eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Diesem Gründungstreffen war ein Informationsabend im selben Buchladen vorausgegangen, an dem Frank Dohle aus Hamburg zum Thema „schwule Väter“ gesprochen hatte.

Die Mitglieder der neuen Gruppe trafen sich danach regelmäßig einmal im Monat. Sie besprachen alle Probleme, die sich aus ihrer Situation ergaben und informierten sich über das Thema anhand von Literatur und durch Gespräche mit schwulen Vätern aus anderen Städten. Mit der Zeit kamen weitere Männer hinzu, denn das Interesse am Thema war groß. Nach einem Rückgang der Mitgliederzahl in den ersten Jahren nahm die Gruppenstärke seit 1987 wieder zu und wuchs durch Öffentlichkeitsarbeit und durch ein zunehmendes Selbstbewusstsein der Schwulen, auch der schwulen Väter, stetig an. Derzeit umfasst die Selbsthilfegruppe ca. 100 Mitglieder jeden Alters.

Wer sind wir ?

Die Gruppe „Schwule Väter Köln“ besteht aus Männern, die versuchen Vaterschaft und Schwulsein miteinander zu vereinbaren. Einige von uns leben in der Familie und wollen dort auch weiterhin bleiben. Andere befinden sich in der Trennungsphase oder haben sich von ihrer Familie getrennt, leben zum Teil in schwulen Partnerschaften.

Sie umfasst derzeit einen Kernbereich von ca. 50 Vätern und besteht seit 1982. In dieser Zeit haben weit über 3000 schwule Väter Kontakt zu uns aufgenommen, entweder für telefonische Beratungen, Einzel- oder Gruppengespräche.

Viele Männer entdecken ihr Schwulsein erst als Ehemann oder Familienvater. In dieser Situation zu sich zu stehen, bringt viele Konflikte und Probleme mit sich. Dem Wunsch nach Veränderung steht die Angst gegenüber, vertraute Lebenszusammenhänge zu verlieren.

Uns Väter verbindet unter anderem ein recht einheitlicher Lebensweg:

In einer heterosexuellen Beziehung entwickelte sich der Wunsch Kinder zu haben und eine Ehe einzugehen. Die meisten Männer waren sich zu dieser Zeit ihrer Homosexualität nicht bewusst. Einige Väter hatten zwar vorher schwule Kontakte, doch diese wurden verdrängt oder als pubertäre Neugier abgetan. Nach teilweise langjähriger Ehe tauchten jedoch schwule Wünsche auf, die immer stärker wurden und sich nicht mehr zurückdrängen ließen. Die Ahnung, eventuell schwul zu sein, führte zu einer starken Verunsicherung, die eigene Identität und die Vergangenheit wurden grundlegend in Frage gestellt. Die Betroffenen haben teilweise selbst Vorurteile gegenüber der Homosexualität und wenig Kenntnisse über schwules Leben.

In dieser Situation fehlt oft eine geeignete Vertrauensperson, mit der sie ihre Situation besprechen können.

  • Angst vor den Reaktionen der Partnerin, der Kinder, der Freunde und der Eltern
  • Angst, dass eine Trennung unausweichlich werden könnte
  • Angst, den Kontakt zu den Kindern zu verlieren
  • Angst am Arbeitsplatz geoutet zu werden
  • Angst mit der Situation einfach nicht fertig zu werden.

Schuldgefühle bestehen gegenüber der Familie. Die Ehe wird durch das Schwulsein belastet und in Frage gestellt, eine Trennung führt eventuell zu einer finanziellen Notlage aller Beteiligten, für die sich der Vater verantwortlich fühlt.

In dieser Situation suchen Väter Unterstützung durch einen Therapeuten, einer Beratungseinrichtung oder einer Selbsthilfegruppe.

Das Wichtigste, was die Väter in unserer Gruppe zuerst erfahren, ist Akzeptanz. Wir versuchen wertneutral zu beraten und emotionalen Rückhalt zu geben. Patentrezepte wollen und können wir nicht liefern. Im Gegenzug Wünschen wir uns von den zu beratenden Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, der Familie und der Gruppe.

Wir bieten die Möglichkeit zum Gespräch und zum Erfahrungsaustausch. Oft haben schwule Väter und Ehemänner hier erstmals die Möglichkeit, sich auszusprechen und zu erfahren, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Wir bieten Solidarität, können und wollen keine Patentrezepte vermitteln, denn jeder muss seinen Weg selber finden.

  • Klarheit über die sexuelle Orientierung vermitteln
  • Emotionalen und fachlichen Rückhalt in der Gruppe geben
  • Mut zu machen, mit der Partnerin und später mit den Kindern über das eigene Schwulsein zu sprechen
  • Informationen über rechtliche und gesundheitliche Aspekte zu geben
  • Freundschaften schließen
  • gemeinsam die Szene erkunden
  • persönliche Perspektiven erarbeiten

Viele Mitglieder unsere Gruppe wissen aus eigener Erfahrung, wie schwer es erscheint, mit anderen über Dinge zu reden, die man bisher allenfalls zu denken aber nie auszusprechen gewagt hat. Gleichzeitig kennt fast jeder von uns nur zu gut das Bedürfnis, endlich mit jemanden über Fragen und Probleme zu reden, die einen so sehr belasten können.

An dieser Stelle wollen wir deshalb Mut machen, mit uns „Kontakt“ aufzunehmen. Selbsthilfegruppen schwuler Väter und Ehemänner gibt es inzwischen in vielen Städten. Soweit möglich vermitteln wir gern die Kontaktadressen. Natürlich freuen wir uns auch über Anfragen von schwulen Ehemännern und Vätern, die sich, vielleicht schon seit längerer Zeit, in ihrer Lebenssituation zurechtgefunden haben und jetzt den Kontakt zu Männern suchen, denen es ähnlich geht.

Zum Selbstverständnis unserer Gruppe gehört auch, dass sich jeder von uns, egal ob schwuler Ehemann oder Vater, vor niemanden zu verstecken braucht. Den meisten Mitgliedern der Gruppe ist es sehr wichtig, zu sich zu stehen und anderen offen gegenübertreten zu können. Trotzdem haben wir Respekt davor, wenn sich jemand dies für sich ( noch ) nicht vorstellen kann.

Wir erwarten nicht, dass jemand der neu den Kontakt zur Gruppe sucht, sofort seine Anonymität aufgibt. Wir erkennen den Wunsch nach Diskretion an, auf die manche von uns auch einmal angewiesen gewesen sind. An dieser Stelle sei deshalb z.B. auf die Möglichkeit verwiesen, sich einen anonymen Email-Account einzurichten und damit den Kontakt zu uns aufzunehmen. Selbstverständlich hat man auch die Möglichkeit telefonisch mit uns in Kontakt zu treten. Diskretion wird zugesichert.